Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie)

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Bis heute ist es noch nicht gelungen eine allumfassende Definition von Lese-Rechtschreibstörungen bzw. Legasthenie zu formulieren.

Sie beschreibt im Wesentlichen ein Syndrom der Problematik im Umgang der geschriebenen (gelesenen) Sprache.

Die Ursachen für eine LRS sind meistens sehr komplex. Daher wurden eine Vielzahl von Förder- und Therapiemöglichkeiten entwickelt. Nicht alle Methoden sind wissenschaftlich fundiert und abgesichert.
Wir sehen unsere Aufgabe in der Auswahl und Umsetzung eines geeigneten wissenschaftlich anerkannten Förderprogrammes sowie in der Einbindung geeigneter Fachkompetenzen für eine weitere Diagnose und einer begleitenden Therapie. Dabei ist es vollkommen unerheblich, wer zuerst Kontakt aufnimmt.

Wir arbeiten interdisziplinär und wollen eine gemeinsam abgestimmte Förderung des jeweiligen Kindes.
Erst durch eine Zusammenarbeit mit Eltern, Schule sowie andere Fachkompetenzen können wir den Lernerfolg optimieren.

Unser Kompetenzteam besteht aus Dipl. Legasthenietrainern (EÖDL), Ergotherapeuten, Dipl. Sozialpädagogen sowie Fachlehrern aller Schularten mit zusätzlichen Qualifikationen.

Zu unseren Kooperationspartnern zählen u.a. Kinder- und Jugendpsychologen, Ergotherapeuten, Logopäden, Schulen, Augenärzte welche u.a. das binokulare Sehen untersuchen, HNO-Ärzte welche u.a. dichotische Diskriminationstests sowie sprachaudiometrische Tests durchführen.

Wir arbeiten u. a. mit dem Marburger Rechtschreibtraining (HD Dr. Gerd Schulte-Körne, Frank Mathwig) und der AFS-Methode:

„Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Buchstaben trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens.“

(Zitat: Dr. A. Kopp-Duller)

Ein Kind mit einer derartigen Veranlagung kann das Schreiben, Lesen und Rechnen sehr wohl erlernen. Dazu ist eine professionelle Diagnostik erforderlich, das pädagogische Dyslexia Screening Verfahren (AFS-Test).
Dieser Test ermöglicht eine Kategorisierung legasthener Kinder und erleichtert die praktische Arbeit mit ihnen sowie die Erarbeitung eines individuellen Trainingsprogramms.

AFS steht für:

A-Aufmerksamkeit
Die differenzierte Aufmerksamkeit spielt bei legasthenen Kindern eine wesentliche Rolle. Sie führt dazu, im Symbolbereich nicht das leisten zu können, was von ihnen erwartet wird. Bei jedem Legasthenie-Training soll die volle Aufmerksamkeit gewährleistet sein, damit ein Idealzustand des Lernens und Vertiefens entsteht. Viele Fehler geschehen, weil die Gedanken und das Handeln bei legasthenen Menschen nicht im Einklang miteinander stehen.

F-Funktion
Die Funktion, die so genannte Sinneswahrnehmung (auch Teilleistung genannt), ist bei legasthenen Menschen differenziert. Diese haben andere Wahrnehmungen – sehr schnelle Gedankengänge – die sie in bedingter Weise am richtigen Schreiben, Lesen und Rechnen hindern. Wichtig ist bei legasthenen Kindern zu wissen, welche Sinneswahrnehmungen differenziert sind, damit diese in einem täglichen Training gestärkt werden können.

S-Symptom
Das Symptom ist das Training an den Fehlern.
Wichtig dabei ist, dass das Erlernen und Vertiefen auf langsame und stetige Art vor sich geht.