Was ist Konzentration?

Konzentration ist die Fähigkeit, für eine bestimmte Zeit die ganze Aufmerksamkeit und Gedanken auf einen Punkt zu fokussieren. Konzentration ist das Gegenteil von Zerstreutheit.

Erklären und zeigen Sie Ihrem Kind, was mit Konzentration gemeint ist (z.B. einen Faden durch ein Nadelöhr führen, „Spitz pass auf“ spielen oder schauen Sie sich mit Ihrem Kind eine Katze an, die vor einem Mauseloch sitzt und dieses konzentriert beobachtet).

Man kann zwei Typen von Konzentrationsschwächen oder Konzentrationsstörungen unterscheiden.

Typ A: Der innere Spannungsbogen, die gegenwärtige Motivation des Kindes ist nicht stark genug. Es bündelt seine Aufmerksamkeit nicht in der gerade zu lösenden Aufgabe, sondern lässt seine Gedanken aus verschiedenen Gründen umherschweifen. Es bringt zuwenig Konzentration auf.

Typ B: Das Kind ist besonders stark bemüht alles richtig zu machen. Es verkrampft sich bei der Arbeit bis zum black-out. Es konzentriert sich zu stark.

1. Eine optimale Arbeitsumgebung als Voraussetzung für eine gute Konzentration!

Schalten Sie Störquellen möglichst aus. Spielzeug und andere Dinge, die Ihr Kind ablenken könnten, sollten nicht in der Nähe liegen. Auch ein Platz am Fenster mit Blick auf einen Spielplatz oder eine belebte Straße ist ungünstig. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind nicht gestört wird (z.B. von jüngeren Geschwistern, Telefon, Haustiere etc.). Schaffen Sie die Bedingungen, die Ihr Kind zum Lernen braucht.

Wenn Ihr Kind auf Musik besteht und Sie den Eindruck haben,
dass es sich damit besser konzentrieren kann,
sollten Sie diesem Wunsch entsprechen.

2. Beobachtung des Kindes in verschiedenen Situationen

Die Konzentration ist oft von der Motivation abhängig. Beobachten Sie Ihr Kind bei Tätigkeiten, die es nicht so gerne macht, z.B. bei den Hausaufgaben.
Wie lange bleibt es bei der Arbeit?
Beobachten Sie Ihr Kind bei Dingen, die ihm Spaß machen, etwa beim Spielen.
Lässt es sich auch hier leicht ablenken?

Durchschnittliche Konzentrationsspannen:

Kinder im Alter von Zeitspanne für maximale Konzentration
5-7 Jahren ca. 15 min.
7-10 Jahren ca. 20 min.
10-12 Jahren ca. 25 min.
12-16 Jahren ca. 30 min.

3. Dauer der Hausaufgaben

Wie lange braucht Ihr Kind für die Hausaufgaben?
Führen Sie Buch über die Stunden, die Ihr Kind mit seinen Hausaufgaben verbringt.
Bekommt es besonders viele Hausaufgaben auf oder ist es besonders langsam?
Fragen Sie in der Schule nach. Sprechen Sie mit dem Lehrer/der Lehrerin und mit anderen Eltern. Wenn Ihr Kind deutlich langsamer als der Durchschnitt ist, könnte es Probleme mit der Konzentration haben. Manche Kinder brauchen ewig, um überhaupt erst mit den Hausaufgaben zu beginnen. Gehört Ihr Kind dazu?

4. Leichtsinnsfehler

Macht Ihr Kind in Klassenarbeiten viele Fehler, die offensichtlich auf Konzentrationsprobleme zurückzuführen sind (fehlende ö-ü-i-Punkte, fehlende Satzzeichen usw.)?

5. Selbsteinschätzung des Kindes

Sagt Ihr Kind von sich aus, dass es sich vieles nicht merken kann? (Stimmt der Lernrhythmus?)
Wie wirkt sich das auf sein Selbstwertgefühl aus?
Neigt es dazu, vorschnell aufzugeben?

6. Einschätzung der Eltern

Ermahnen Sie Ihr Kind häufig, aufmerksamer zu sein? Vermeiden Sie negative Formulierungen (“Pass doch endlich mal auf! Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du dich nicht immer ablenken lassen sollst!”) Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit lieber auf das erwünschte Verhalten: Sagen Sie Ihrem Kind nicht, was es nicht tun soll (“Zappel nicht so herum!”). Sagen Sie ihm vielmehr, was es tun soll: “Widme dich jetzt voll und ganz dieser Aufgabe!” Verstärken Sie die Bemühungen Ihres Kindes mit echtem Lob: “Toll, wie du dich heute konzentriert hast! Ich bin richtig stolz auf dich!” Unechtes Lob wäre übertriebenes Lob oder aber: “Heute war deine Zappelei nicht ganz so schlimm wie gestern!”

7. Fremdeinschätzung

Sind Sie von Lehrern, Verwandten, Bekannten oder anderen Außenstehenden auf die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes angesprochen worden? Wenn nicht, sollten Sie das Thema selbst einmal ansprechen.

Test

Geben Sie Ihrem Kind einen beliebigen Text und lassen Sie es einen bestimmten Buchstaben (z.B. e) suchen und mit einem Textmarker hervorheben. Ihrem Kind muss dieser Test Spaß machen, es muss wirklich motiviert sein. Machen Sie die gleiche Übung auf einem gesonderten Blatt. Hat Ihr Kind mehr als doppelt so lange wie Sie gebraucht? Hat es Verschnaufpausen eingelegt und/oder mehr als 1/3 übersehen? Das alles kann auf eine Konzentrationsschwäche hinweisen.

Schicken Sie Ihr Kind ohne Einkaufszettel in einen nahe gelegenen Supermarkt. Von zehn Dingen sollten sich Grundschüler vier merken können, Oberschüler acht. Wiederholen Sie diesen Test mindestens zweimal, aber lassen Sie das Ganze nicht wie einen Test aussehen.

Legen Sie zwölf Gegenstände auf einen Tisch und lassen Sie Ihr Kind diese ca. eine Minute lang betrachten. Das Kind soll sich dann von dem Tisch wegdrehen, sodass die Gegenstände nicht mehr gesehen werden. Grundschüler sollten fünf Dinge aufzählen können, Oberschüler neun.